Reichenstraße 6

Geschichte

„... ein Wort geredet zu seiner Zeit, ist wie güldene Aepffel in Silbernen Schalen“, sagte der Jurist, Ratsherr, spätere Bautzener Bürgermeister und Dichter Paul Pfeffer (1651 bis 1736). Ob er wusste, dass das Haus, in dem er lebte, um 1550 das Gasthaus „Zum güldenen Apfel“ beherbergt hatte, entzieht sich aber unserer Kenntnis. Die Nr. 6 ist im Vergleich zu den Nachbarhäusern relativ schlicht und Zeugnis einer anderen Architektur- und Gestaltungsauffassung. Ein verspieltes Rokokoornament (Rocaille) steht in der Mitte einer rational gegliederten Fassadenfläche. Beim genauen Hinsehen zeigt sich, dass „die Mitte“ nicht ganz stimmt. Die rechte Fassadenseite ist schmaler und die zwei Fenster sind enger zusammengerückt. Die Erklärung dafür ist, dass die Obergeschosse auf einer nach den Bränden noch vorhandenen Erdgeschossstruktur aufgebaut wurden.


einstige Besitzer:

1631 Paul Nizsches Erben
1727 bis 1735 Paul Pfeffer (ehem. Bürgermeister, geistlicher Liedermacher, Dichter)
1827 bis 1836 Karl Friedrich August Fischer

und heute finden Sie hier:
KIND Hörgeräte

Autor: Stadtverwaltung und Ortskuratorium DSD

Quelle: Hermann Oscar Meister – Reichenstraße 2,4, 6, 8 – Bürgerhäuser und Kaiserliches Postamt. 1895

Quelle: Oskar Kaubisch – Reichenstraße 6 – Barockes Bürgerhaus (Teilansicht). wohl um 1952–53. Museum Bautzen